Alles Wissenswerte zu
PV-Anlagen mit Stromspeichern Verbrauchertipps



Wie funktioniert eine PV-Anlage mit Speicher?

Die meisten Besitzer von PV-Anlagen speisen den Großteil ihres selbsterzeugten Solarstroms in das öffentliche Netz ein und verbrauchen nur etwa 20 bis 30 Prozent davon selbst. Das liegt vor allem daran, dass der Verbrauch der Erzeugung nur bedingt angepasst werden kann. Wer ist schon genau in dem Moment zuhause und stellt Waschmaschine und Geschirrspüler an, sobald die Sonne scheint? Kaum jemand! Der meiste Strom wird abends und früh morgens verbraucht, die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Mit einem Stromspeicher, in diesem Zusammenhang oft auch Solarspeicher genannt, können Sie einfach einen Teil Ihres eigenen Solarstroms zwischenspeichern. Der Stromspeicher ist eine Batterie, die tagsüber aufgeladen wird und zu einem beliebigen Zeitpunkt „angezapft“ werden kann. Wird mehr Solarstrom erzeugt, als Sie verbrauchen und speichern können, wird dieser wie gewohnt in das öffentliche Netz eingespeist und Sie erhalten hierfür die staatlich festgelegte Einspeisevergütung.


Lohnt sich eine PV-Anlage mit Speicher überhaupt?

Mit einem eigenen Strom- oder Solarspeicher kann der Eigenverbrauchsanteil des selbst erzeugten Solarstroms deutlich erhöht werden. Eine eigene Solaranlage rechnet sich grundsätzlich umso schneller, je mehr Solarstrom Sie selbst verbrauchen. Das liegt vor allem daran, dass die Vergütung für den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom kontinuierlich sinkt, während der Strombezug aus dem öffentlichen Netz stetig steigt. Im Jahr 2000 lag die Einspeisevergütung für Solarstrom noch bei etwa 50 Cent pro kWh, im Mai 2021 bekamen Besitzer von Solaranlagen weniger als 8 Cent für die Kilowattstunde, Tendenz weiter sinkend.

In einem typischen Haushalt liegt der Eigenanteil bei rund 30 Prozent und kann mit einer Speicherbatterie auf bis zu 70 Prozent erhöht werden. Als Faustformel gilt: Bei einem Eigenanteil von mindestens 20 Prozent am selbst erzeugten Strom lohnt sich tendenziell die Anschaffung einer Speicherbatterie, sofern der Eigenanteil damit auf ca. 60 Prozent gesteigert werden kann. Eigenheimbesitzer, die jetzt über die Anschaffung einer eigenen Solaranlage nachdenken, sollten den Speicher gleich mit einkalkulieren, um einen wirtschaftlichen Betrieb über den gesamten Amortisationszeitraum hinaus sicherzustellen.

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Kann ich meine Solaranlage nachträglich mit einem Solarspeicher aufrüsten?

Sind Sie Besitzer einer älteren Solaranlage? Dann sind Sie ohnehin prädestiniert für einen eigenen Speicher, da die Einspeisevergütung nach 20 Jahren komplett entfällt. Die Anschaffungskosten der PV-Anlage haben sich bis zu diesem Zeitpunkt längst amortisiert, sodass Sie ohne Speicher keine Verluste machen. Sie können dennoch Ihre Kosten für den Strombezug senken, indem Sie weniger Strom „von außen“ einkaufen müssen, um Ihren Gesamtstrombedarf zu decken. Ob und welche Repowering-Maßnahmen darüber hinaus sinnvoll sind, hängt von vielen Faktoren ab und sollte individuell geprüft werden. In den meisten Fällen lohnt sich der Tausch der alten gegen neue Solarmodule, weil sich die Wirkungsgrade hier verzigfacht haben. Auch der Tausch des alten Wechselrichters kann enorme Effizienzsteigerungen bringen und die Erträge der Bestandsanlage deutlich erhöhen.




Werden Stromspeicher gefördert?

Für die Anschaffung von Photovoltaikanlagen und stationären Batteriespeichern stellt der Gesetzgeber über die KfW-Bank mehrere Fördermöglichkeiten bereit. Über das KfW-Programm Erneuerbare Energien „Standard“ können verschiedene Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien finanziert werden, neben der Anschaffung einer eigenen Solaranlage auch der nachträgliche Einbau eines Batteriespeichers.

Für Neubauten stehen über verschiedene Fördermöglichkeiten der KfW-Bank in Form von zinsgünstigen Krediten zur Verfügung. Um beispielsweise die Anforderungen an den begehrten KfW40+-Kredit zu erfüllen, müssen Sie ihr Energieeffizienzhaus mit zusätzlicher Haustechnik, dem sogenannten „Plus-Paket“ ausstatten. In erster Linie ist hiermit die eigene Stromerzeugung und Selbstnutzung des erzeugten Stroms über eine Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher gemeint. In Kombination mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erhalten Sie die höchste Neubauförderung.


WIE LANGE HÄLT EIN STROMSPEICHER?

Wie in anderen Anwendungsbereichen von Batteriespeichersystemen auch haben sich Lithium-Ionen-Batterien am Markt durchgesetzt. Ihre vergleichsweise lange Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren ist dafür ebenso ausschlaggebend wie der geringe Abnutzungsgrad während dieser Zeit. Durch ihre vielfältigen Einsatzgebiete wie Elektroautos, Laptops, Smartphones und Großspeicher findet eine ständige Weiterentwicklung statt und die Preise sinken kontinuierlich. Seriöse Anbieter von Batteriespeichern geben eine Produktgarantie von bis zu zehn Jahren.

WIE GROß SOLLTE MEIN SOLARSPEICHER SEIN?

Bei der Auswahl der Batterie sollte auf die Größe geachtet werden, um die Lebensdauer zu optimieren. Ist sie zu groß dimensioniert, schwankt ihr Ladezustand zwischen halb voll und voll, was die Alterung der Batterie beschleunigt. Zudem kostet die ungenutzte Kapazität Geld und verschwendet unnötig Ressourcen. Der empfohlene Richtwert für die Speichergröße der Verbraucherzentrale liegt bei einer Kilowattstunde Batteriekapazität pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch.


Worauf soll ich beim Kauf einer PV-Anlage mit Speicher achten?

Bei der Planung einer Solaranlage sollten Sie perspektivisch denken und die kommenden Jahre im Hinterkopf haben. Sie planen irgendwann noch einen beheizbaren Pool im Garten, den Ausbau Ihrer Garage zum Partyraum oder die Anschaffung eines Elektroautos? Dann kalkulieren Sie den damit verbundenen steigenden Strombedarf gleich mit ein, um die PV-Anlage richtig zu dimensionieren. Bei der gleichzeitigen Anschaffung eines Stromspeichers achten Sie auf die Produktversprechen des Herstellers, auch nach zehn Jahren sollten 80 Prozent Leistung noch garantiert werden. Auch wenn dies keine Voraussetzung mehr für die Förderungen durch die KfW-Bank ist, beziehen sich etliche lokale Förderprogramme noch darauf.

Was muss ich bei der nachträglichen Installation eines Solarspeichers beachten?

Sind Sie bereits Besitzer einer PV-Anlage und möchten mit der nachträglichen Installation eines Stromspeichers Ihren Eigenverbrauch erhöhen? Auch hier lohnt es sich, zunächst das eigene Verbrauchsverhalten für die nächsten Jahre abzuschätzen und gegebenenfalls die bestehende Anlage zu erweitern. Mit einem AC-Speicher können Sie relativ einfach Ihre PV-Anlage ergänzen, weil Sie meistens keinen neuen Wechselrichter benötigen, das Speichersystem wird unabhängig von der Solaranlage installiert. Hybridspeicher (HYB-Geräte) wiederum bringen einen neuen Wechselrichter gleich mit, an den sowohl die Solarmodule als auch der Speicher angeschlossen werden. Der Vorteil: Sie lassen somit die intelligente Steuerung der gesamten Anlage zu.

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TIPP: ACHTEN SIE AUF DIE STEUERUNGSSOFTWARE!

Auf ein leistungsfähiges Energiemanagementsystem sollten Sie achten, die meisten Speichersysteme bringen ein solches System gleich mit. Hier gibt es jedoch durchaus Unterschiede, was Handhabung, Funktionsumfang und den damit verbundenen Nutzen angeht. Eine Wetterprognose für die witterungsabhängige Steuerung der Anlage sollte an Bord sein und die Möglichkeit der Fernwartung samt Fehlerdiagnose spart im Falle eines Falles Zeit und Nerven. Intelligente Systeme ziehen zudem Rückschlüsse aus dem Verbrauchsverhalten der Nutzer, lernen also eigenständig dazu und helfen mit, Erzeugung, Verbrauch und Speicherung optimal aufeinander abzustimmen. Mit einem softwaregesteuerten Anlagen- und Batteriemanagement lässt sich der Eigenverbrauch der Anlage auf bis zu 40 Prozent und mithilfe der Batterie auf Spitzenwerte von 70 bis 75 Prozent steigern.



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